Libereco-Mitglieder Fabian Kohler und Lars Bünger bei einem Treffen mit Ales Bialiatski 2015 in Minsk

Der Friedensnobelpreis 2022 geht an den belarusischen Menschenrechtsverteidiger Ales Bialiatski, die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und die ukrainische Menschenrechtsorganisation Center for Civil Liberties. Libereco gratuliert den Preisträgern – und ruft dazu auf, insbesondere den Druck auf Belarus zu erhöhen, damit Bialiatski endlich aus der Haft entlassen wird.

Die deutsch-schweizerische Menschenrechtsorganisation Libereco – Partnership for Human Rights arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt eng mit dem belarusischen Menschenrechtszentrum Viasna zusammen, dessen Gründer und Leiter Ales Bialiatski ist. Am Freitag hat das norwegische Nobelkomitee den 60-Jährigen mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

„Ales ist ein unermüdlicher Kämpfer für die Achtung der Menschenrechte“

Libereco gratuliert: „Wir freuen uns riesig über die Auszeichnung des jahrzehntelangen Engagements unseres Freundes und Kollegen Ales Bialiatski. Ales ist ein unermüdlicher Kämpfer für die Achtung der Menschenrechte, der für seine Überzeugungen bereits mehrere Jahre im Gefängnis verbringen musste. Wir fordern vom belarusischen Regime, dass er und alle anderen politischen Gefangenen in Belarus sofort und bedingungslos freigelassen werden. Wir wünschen uns sehr, dass wir Ales im Dezember in Freiheit zur Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo wiedersehen können“, sagt Lars Bünger, Präsident von Libereco in der Schweiz.

Bialiatski wurde am 14. Juli 2021 verhaftet und ist einer von derzeit mehr als 1400 politischen Gefangenen in Belarus, die unschuldig im Gefängnis sitzen, weil sie sich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte engagieren. Im Jahr 1996 gründete Bialiatski das belarusische Menschenrechtszentrum Viasna, das heute nur noch aus dem Exil tätig sein kann.

Ales Bialiatski ist einer von über 1400 politischen Gefangenen in Belarus

Zusammen mit Viasna setzt sich Libereco mit der Solidaritäts-Kampagne #WeStandBYyou seit Juli 2020 für die Freilassung aller politischen Gefangenen in Belarus ein. Im Rahmen der Aktion haben bereits mehr als 300 Abgeordnete aus europäischen Parlamenten Patenschaften für politische Gefangene in Belarus übernommen. Nicola Beer, die Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, ist auf diese Weise mit Bialiatski verbunden.

„Die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees ist ein klares Zeichen an die Diktatoren und Kriegstreiber in Russland und Belarus“, erklärt Marco Fieber, Geschäftsführer von Libereco in Deutschland. Er betont: „Ales Bialiatski, Memorial und das Center for Civil Liberties sind herausragende zivilgesellschaftliche Institutionen in ihren Ländern und zentrale Säulen im Kampf für Freiheit und Menschenrechte. Sie setzen sich seit vielen Jahren in ihrer Heimat für die Einhaltung der Menschenrechte, für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ein. Genau aus diesem Grund werden Bialiatski und Memorial von der belarusischen respektive der russischen Staatsführung unnachgiebig verfolgt.“

Neben Bialiatski sitzen noch fünf weitere Viasna-Mitglieder in belarusischer Haft, die Organisation selbst ist in Belarus verboten, wie auch Memorial in Russland.